literarische Texte: Sicherheit
,,(...) Er selber nämlich, das ist es, fühlt sich durchaus frei: wie jeder sich frei fühlt in jeder Gesellschaft, die seinen Vorteil schützt, so dass er mit ihr einverstanden ist."
Max Frisch
Tagebuch 1946-1949, S.179
,,(...) wer weiss, wo sie jetzt waren, wer weiss, ob nicht auch sie eingesehen hatten, dass man das, was man nachts redet, nur redet, weil man es am Tag nicht vollbringen kann: warscheinlich hatte jeder Einzelne den gleichen Verrat begangen wie er, jeder für sich still und praktisch, einen Messerschnitt, mit dem die Vernunft die Jugend abtrennte vom Leib seines Leben, so dass sie zurückblieb, sich auflöste und Erinnerung wurde, Traumnahrung für ein ganzes Leben."
Martin Walser
Ehen in Philippsburg, S.62